Nichts mehr wie es war
Früher war alles anders. Früher rotzte uns Patrick Wolf eine Bandbreite vom zerhackten Beatschnipsel bis zum geradlinigen Discorhythmus hin, als hätten Off- und Onbeat schon immer zusammengehört. Früher wurde das kongeniale Soundgewitter nur selten von ruhigeren Tracks unterbrochen, um dem Hörer eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Heute sind die Eskapaden von einst vergessen und Wolf zieht sich in die ruhigeren Gefilde zurück. Heute kommt die Bassdrum nur noch verhalten zum Einsatz, die Geigen sind überlegter arrangiert, haben ihr Kratzen verloren. Wolfs Stimme rückt in den Vordergrund, erinnert uns, dass es auch einmal Depeche Mode gegeben hat, während sanfte Pianoakkorde sich dem dunklen 80er-Chic verpflichten. Der Wind in den Kabeln ist kein Sturm. Wo früher Ecken waren, sind heute die Kanten abgeschliffen und man ist sich bis zum Schluss nicht sicher, ob man dieses Ergebnis nun elaboriert oder eher leicht pathetisch nennen soll. Eine Meinung sollte man sich trotzdem bilden, denn schlecht ist das Album nicht. Es fehlen nur die wirklichen Höhepunkte. Mal sehen, wohin sich Patrick Wolf auf seinem nächsten Album entwickelt.
Alles in allem: Früher gut – heute hätte man sich mehr erwartet.
(Patrick Wolf - Wind in the Wires)
Alles in allem: Früher gut – heute hätte man sich mehr erwartet.
(Patrick Wolf - Wind in the Wires)
creekpeople - 3. Feb, 15:50 - Rubrik: ...we have the music
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