Samstag, 2. Dezember 2006

Arbeitskreis für Bloglesefragen

Weil ja Sylvia Ainetter im Januar zu einer Bloglesung lädt, und creekpeople dort auch abliefern soll, rufe ich hiermit eine neue Rubrik ins Leben: Die Arbeitsgruppe Blogetristik legt also bis zum Lesungstermin Beiträge ab, die nicht nur gebloggt, sondern auch laut vorgelesen werden können. Weitere Theoriediskussionen entfallen aber für den Augenblick, werden aber nachgeholt.

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https://creekpeople.twoday.net/stories/3014207/modTrackback

assotsiationsklimbim - 2. Dez, 15:24

vergaß ich zu kommunizieren: online-id der veranstalterin wird auf ihren wunsch nicht im zusammenhang mit der lesung genannt, darum eigenmächtig geändert, sie verzeihen.

inhaltlich: ich finde immer mehr gefallen an dem gedanken, dass durch das vorlesen (zudem in dem kontext) von möglichst genuin web/blog-affinen postings ein bizarrer verfremdungseffekt durch den mediumwechsel stattfinden kann, der äußerst reizvolle produktive missverständnisse, transformationen und hybride third-space-gebilde erzeugt, um mal nur ein paar schicke 90er-buzzwords einzustreuen, die ich derzeit zur übergenüge lese. (aber im ernst: da könnte was dran sein. kann sich bis dahin natürlich noch ändern, aber wie es aktuell aussieht, wird sich das klimbim dort von seiner idiosynkratischsten und/oder[?] antiliterarischsten seite zeigen. [streng genommen müßte man das mit der alten subjektivitätsdebatte zusammendenken {die ich auch einen heißen tipp fürs vorlesen fände. wir müßten dann nur im anschluss irgendwas einnehmen, das in unsere herzen peace, love and harmony einpflanzt, soll der abend dann nicht schrecklich enden.}.])

taratorka - 2. Dez, 16:20

ich hab beim durchforsten meines blogs festgestellt, dass die einträge teilweise sprachlich erschreckend ungenau sind. einige kann man gar nicht vorlesen, es fehlen einfach wörter oder gedankliche zusammenhänge sind nicht ausgeschrieben, eigentlich kann man's nicht mal lesen, kurzum: nicht druckreif, was in ziemlichem gegensatz zu dem steht, was ich sonst schreiben muss. zudem leben sehr viele von den einträgen von vagen andeutungen, die zwar ich verstehe und ev. auch sonst noch ein paar, die mich kennen, aber bei manchen einträgen müsste ich zuerst eine art einleitung mitliefern, um klar zu machen, worauf sie sich beziehen.
ist neu für mich, das blog mit augen "außenstehender" zu sehen.
ich frage mich, ob das wissen um die lesung einfluss auf mein bloggen (jetzt mal echt: mit zwei "g" oder nur mit einem?) haben wird, und ich weiß noch nicht, ob mir dieses metareflexive zeugs über/mit/um mein blog gefallen wird. wahrscheinlich hab ich nur mal wieder den üblichen schneckenhaus-bammel (mein neues lieblingswort, gleich nach "murmeltier-phase" [=müdigkeit am späteren nachmittag oder auch: generelle herbst-winter-übergangs-schläfrigkeit].)
"außenstehende": wer genau ist das eigentlich bei blogs und gibt's die überhaupt? es kann ja an sich jeder ... außenstehende wären wenn ja mehr die, die die codes nicht verstehen. und sind blogs dann eine art paralell-welt mit paralell-ichs, bzw. inszenierten ich-teilen in paralell-welten?

assotsiationsklimbim - 3. Dez, 21:00

ad erster absatz: druckreif oder nicht ist sowieso egal, wenn es um vorlesen geht. überhaupt kann ich den jetzt schon mehreren seiten im vorfeld gehörten anspruch nicht teilen, dass blogtexte zum vorlesen nicht so sein dürften, wie sie eben sind. gerade das ist doch witz dran, dass eben fürs netz in einer ganz speziellen sprache (fehlende wörter, zusammenhänge, you name it) geschriebenes dann auf einmal vorgelesen wird. um das vielleicht zu präzisieren: ich teile einfach den standpunkt nicht, dass es der sprache, die wir in unseren blogs verwenden, nicht zusteht, in anderen diskurssystemen zu bestehen, so als wäre das blogsprech was schlechteres, nicht bloß was anderes. selbes gilt für inhaltliche bedenken, man muss das doch so warhol'sch denken. dass das für außenstehende zum teil unverständlich ist, ist zwar eine gefahr, aber erstens ist das bei normaler literaturhausliteratur auch so und zweitens sind einleitende erklärungen ja durchaus möglich.

ad 1-2g: ich habe mich mittlerweile zur schreibweise mit zwei g durchgerungen, obwohl es doof aussieht, ist einfach verbreiteter.

ad metareflexion: es ist bekannt, dass ich an reflexion wie an meta meine freude habe.

ad paralell: mir kommt ja immer mehr vor, dass das offline-ich ein künstliches und unwirkliches und falsches ist.
creekpeople - 5. Dez, 17:45

Ad: "Druckreif oder nicht ist sowieso egal, wenn es um vorlesen geht."
Das stimmt zwar einerseits, stimmt aber wieder auch nicht. Auch ein Text, den ich nicht für das Blog, sondern nur für eine Lesung schreibe, wird gewisse Zielsetzungen in Sprache umsetzen. Ich für meinen Teil, der ich mich immer auf die "Zielsetzung" rette, will also durchaus, dass sich ein Blogtext, der für eine Lesung geschrieben wurde, im Stil ändert, um seinem neuen kuscheligen Diskursumfeld "Literaturlesung" auch gerecht zu werden. Blogsprech ist nicht das schlechtere, sondern das Andere. (Das Andere sollte man auch mit "den Außenstehenden" zusammenenken, aber egal) Es geht ja nicht darum, sich von der Lesesituation vereinnahmen zu lassen, sondern beide Teile zu vereinen. Mehr noch, ich glaube, dass diese Blogsprache sich automatisch ändern wird, weil wir wissen, dass wir gewisse Teile unserer Weblogs bald vorlesen müssen. Das wird dazu führen, dass manche Beiträge eben anders gestaltet werden.
(Und daher auch hier eine neue Rubrik: Kritiken vorzulesen erschiene mir dann doch etwas langweilig.)
assotsiationsklimbim - 5. Dez, 22:11

ja, stimmt eh, altes dilemma anbiederung vs. unzugänglichkeit. aber ohne das ja verifisziert zu haben, glaube ich mal dass manches der rubriken weltzustand / soma / gesellschaftsverfehlungen / i think my spaceship knows which way to go schon auch gehen täte.
Nichtmädchen - 5. Dez, 16:37

btw: hat sich erledigt, mit meiner online-id. hab mich ja geoutet- name kann also genannt werden.

assotsiationsklimbim - 5. Dez, 22:12

das war ja noch zuvor und noch einmal zurückumändern ist auch doof.

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