Donnerstag, 13. April 2006

Bob Dylan - was will man mehr

bei dieser menge an gitarre-bass-schlagzeug-bands, die von englischen kunstcolleges weggecastet werden oder jugendliche arbeitslose aus dem arbeitermilieu verliert man gern den ueberblick. die dreschen gekonnt ungelenk auf ihre instrumente ein und habe kritisches zeug zu sagen oder aber sind verzweifelt - die machen das allesamt ganz gut, aber man kann das nicht alles verfolgen. Man kann ja auch nicht mehr als 120 min am tag fm4 hoeren, ohne dass sich einem ein Dumpfheitsfilm über das hirn legt. Drum muss man die alten sachen im auge behalten, damals, als es nur 4 bands gab. Die heissen beck, eels, bonnie prince billy und die erwähnten turin brakes. Aber man kann noch weiter zurueck gehen, und auf der "More Bob Dylan Greatest Hits" macht Robert Zimmerman alles richtig. vor allem auf der 2. CD. Und vor aller allem mit It's all over now, baby blue, aber die anderen tracks sind auch welt. Ich habe mich schon mehrfach gefragt, warum auf Dylan-Alben immer der 2., 4. und 7. song extra gut ist. Solche Zahlenmytiken funktionieren bei andern bands auch. Wer steckt dahinter, die Freimaurer? Und warum? Geheimcode?

Man kann also niemals alles gehoert haben vom neuen Zeug, aber ich lege mal Edgar Wibeau auf die Musik um: jeder, der eine CD produziert, muss selber mal etliche tausend songs gehoert haben, und die stammen von leuten, die selber etliche tausend songs... also beinhalten einige wenige CDs die gesamte musik des universums, genauer gesagt: 7. Sieben CDs reichen.

Trackback URL:
https://creekpeople.twoday.net/stories/1823907/modTrackback

assotsiationsklimbim - 14. Apr, 09:19

@britische gitarrenkinderbands: nichts gegen die musik zur zeit. meine atheistischen gebete enden jeden tag mit dem dank an die göttin, in der zeit mit der besten musik aller zeiten leben zu dürfen.

@zahlenmysthik: eigentlich müßten da best-of-alben ausgenommen werden, also willkürliches reguläres album: #2 pledging my time (mittelmaß), #4 one of us must know (eh klar) und #7leopard-skin pill-box hat (naja) ->theorie widerlegt. ansonsten stimmt es natürlich schon, track 2 ist ja ein zentraler track, gern wird da auch die erste single genommen, muss ja auch, damit man nach dem ersten track, der natürgemäß ein catchy hammer sein muss, noch dranbleibt. ab track 3 kann man dann das wirklich harte zeug bringen. 4 ist so ein 2.-single-track, tatsächlich oft der beste track überhaupt, auf 7 wird auch gern ein brauchbarer song getan, um ein abflauen im letzten drittel zu verhindern. ist ja wirklich was, mit dem man sich stundenlang beschäftigen kann.

@7 cds reichen: a.) gute musik hat immer 2 schwarze seiten, b.) eben weil jede platte die gesamte geschichte in sich trägt, muss man alle platten zuvor auch kennen. streng genommen reichen also 1000^1000^1000 platten in etwa, aber dann gibt es immer noch ein paar, die einfach so schöne covers haben, dass man sich auch noch haben muss.

twolittlefish - 14. Apr, 09:31

sieben oder sechs oder fünf

hey nicht schlecht die idee mit der sammlung allen musikalischen klängen da draussen auf sieben tonträgern. wenn's denn so wäre könnt ich meinen ipod ja grad schmeissen. manchmal komm aber auch ich auf eine alte scheibe zurück und denk: wow, all das was ich mich in den letzten monaten gefragt habe, wurde mir ja bereits vor jahren auf dieser cd beantwortet. eine cd in der dann alles drin ist. zu herrn dylan find ich den zugang allerdings noch zu selten. dafür hat mir immer mal wieder the cure's 'bloodflowers' ein paar inspirationen parat. soviel energie in soviel leid muss dir erst mal einer vormachen. zum beispiel dylan?

seis wies ist, lieben gruss twlf

driftwood - 14. Apr, 11:50

Die 2/4/7 Verschwörung vertreten scheinbar so einige, wobei ich mich dem noch nie so ganz anschließen konnte. Zwar trifft es in manchen Fällen zu, aber es lassen sich ebenso viele Gegenbeweise anführen. Zur Widerlegung bei Dylan Alben will ich nur mal "Blood on the Tracks" heranziehen und nicht nur, weil da alle extra gut sind (was der Fall ist), sondern ich die 8 der 7 vorziehe und die 3 mindestens so sehr mag.

Und wenn man meint, sieben Alben würden die gesamte Musik des Universums beeinhalten, würde mich doch sehr interessieren, welche das wären. Weil ich sehe das doch eher wie assotsiationsklimbim: 1000^1000^1000 kommt vielleicht hin. Vielleicht.

gnomas - 14. Apr, 13:49

7 CDs oder IPod

diese vielleicht etwas willkuerl. zahl 7 ist nicht unbedingt woertl. zu nehmen, eher beunruhigt mich der gedanke, im streichholzschachtelformat, nett weiss designt, mehr musik mit mir herumtragen zu koennen, als ich im Leben jemals wirklich hoeren kann, also mehr als zehnmal. IPods aengstigen. Aber vielleicht bin ich auch nur musikalisch schwer von Begriff, andere haben die essenz nach der zweiten strophe schon.

Diese Zeit wird als die mit den weissen kopfhoerern in die Geschichte eingehen.

creekpeople - 14. Apr, 19:19

Dazu noch die Anmerkung, dass ich vor kurzem die Anzahl von Alben, die man innerhalb eines Jahres wirklich gehört haben muss mit ca. 180 (plus ein paar Singles) berechnet gesehen habe. Das ergab sich aus der Schnittmenge diverser Bestenlisten diverser Musikpostillen unseres Vertrauens. Daraus geht hervor, dass man ca. alle 2 Tage ein wichtiges Album zu hören hätte, um ständig am Puls der Zeit mit zu schwimmen. Daraus folgere wieder ich: Ipod: Nein, denn seine Kapazität ist tatsächlich überflüssig. Aber: Beschränkung auf 7 Alben auch nicht, weil: Gute aktuelle Musik ist, wie oben beschrieben, verfolgbar. Und man hat noch immer die Tage zwischen den aktuellen Alben Zeit um sich die Klassiker anzuhören.
Weiters: Zahlenmystik habe ich persönlich immer mit dem sechsten Lied betrieben, das entstammt aber noch der Zeit, als ich viel Portishead gehört habe (Auf beiden Alben gut). Über Faktorenzerlegung könnte man soweit gehen, weitere Vorlieben zu erklären. Derzeitiges Lieblingslied zum Beispiel: Jens Lekmann - Track 12 (=2x6) auf Oh you're so silent Jens. Was einen Europawert von 6 ergäbe. Eine Arbeitshypothese ist aber, dass amerikanische Alben eher zur Nr. 7 neigen. Siehe: Saddle Creek-Compilation (Lagniappe) auf der der unverschämt gute Bright Eyes Song "Napoleons Hat" eben diese Stelle einnimmt.
Am allerbesten wäre natürlich eine Formel, mit der man das beste Lied schon vor dem ersten Durchhören errechnen könnte. So etwas wie:

[(Anzahl der Tracks x (Länderfaktor/10))/(Wurzel aus der Anzahl der Buchstaben des Bandnamens gerundet)]gerundet

Für das Album von Clap your Hands say yeah ergibt sich daher:
(12x0,7 (Amerika))/(5)=1,68, also aufgerundet 2. D.h. Let the cool goddes rust away. Das könnte hinkommen.
assotsiationsklimbim - 15. Apr, 12:25

@creek: und ich denk in lichten momenten euphorischer selbstüberschätzung immer, ich wäre spinnert, dass es eine art hat. muss die formel bei gelegenheit mal an ein paar zentralen alben verifizieren. 180 halte ich noch für ein wenig klein gegirffen, wenn man wirklich streng mit sich selbst ist, aber das ist man ja eh nicht.

@gnomas: ipods werden generell überschätzt, das gibt sich bald wieder.
gnomas - 16. Apr, 15:04

7 - Mystik - Dylan

@ 7 CDs: Naja, wenn so explizit gefragt wird: Eels: Beautiful freak, Bonnie Prince Billy: Superwolf, Radiohead: Ok Computer (das war schwierig, angesichts des Schaffens von Yorke&Co), Turin Brakes: Optimist LP, Fanfare Ciocarlia, Mike Oldfield: Tubular Bells und Carla Bruni "Quel qu'a ma dit". Letztere wird man mir vorwerfen, aber fuers endlos fruehstuecken ist die ideal, selbst wenn sie nur 43 min lang ist. Und... ich gebe zu, 7 CDs ist als Witz zu verstehen, jeder von Euch koennte sofort ein Album nennen, wo ich dann nickend sage: "stimmt, acht, ja richtig, neun, besser zehn..." Aber alle zwei tage eine neue, um dazw. einen klassiker zu hoeren... nee.
@ Mystik: habe creeks formel noch nicht ausprobiert, aber das geht in die richtige Richtung. Letztlich muss sich das leben doch auf ein xy-diagramm auftragen lassen, und wenn ich an x drehe, wird y entweder groesser oder kleiner, das gilt es herauszufinden. Ich will mich da auch nicht auf 2-4-7 festlegen, da gelten fuer verschiedenste bands (aus versch. kontinenten, wie korrekt bemerkt) verschiedene tracknummern. Schade, dass es kaum mehr vinyl gibt, dann koennte man die platten wieder rueckwaerts abspielen, und worte wie "satan" und so heraushoeren, das waere auch ein weites mystik-feld
@ dylan: bei dem ist es aber definitiv die # zwei, und mich amuesierte, dass auf der "more greatest" (also der zweiten) auf CD2 der zweite Track was hergibt. Ein pleonasmus, sozusagen. wer stellt das zusammen, die naturgesetzpartei? Wichtig: heute, Ostersonntag um 17.10. in Oe1: Dylans neue Kleider

driftwood - 19. Apr, 10:31

Zu den 7 Cds: als Lieblingsalben geht sowas natürlich schon klar, aber der gesamte Klang des Universums ist da nicht mal annährend vertreten, dafür stammen zu viele aus der selben musikalischen Ecke (wobei ich sowieso meine, dass auch 70 oder 700 Alben nicht die volle Bandbreite von Musik abdeckten).

[Und von Will Oldham ausgerechnet "Superwolf" vorzufinden, empfinde ich als Will Oldham mögender Mensch viel eher zum Vorwurf geeignet, als Carla Bruni. Obwohl Superwolf natürlich schön und so, aber Geschmäcker sind sowieso verschieden, also was soll's.]

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