Mittwoch, 16. August 2006

Wann ich denn das letzte Mal auf einem Jam gewesen wär

„Was ich eh nicht versteh' aber mag “ - Mieze Meduas & Tenderboys erster Longplayer



Wann und weshalb haben wir eigentlich aufgehört, deutschen HipHop zu hören? Man weiß es nicht mehr so genau, es muss wohl ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als da die ersten Muschi-ficken-Atze-Respect-geben-Battleraps auftauchten und nach den blöden Neunzigern endlich wieder bleiche Jungs mit Gitarren erbaulichen Krawall machten.

Das hätte aber nicht so sein müssen, gab es doch immer und gibt es noch immer neben dem ganzen Aggromüll auch Gold über gebrochenen Beats: Mieze Medusa, wohnhaft in Wien, beispielsweise macht vor, wie es geht: von Tenderboys, man sagt da wohl so etwas wie freshen und dennoch angenehm entspannten Beats kongenial begleitet verbindet sie flockigen Flow (sagt man das noch so?) mit Inhalten, die über die Diskussion von Geschlechtsverkehrsvariantenvorlieben und Hinweise auf die eigene Finanz- wie Schlagkraft hinausgehen, sondern auch a.) Missstände aufzeigen b.) kritisieren und c.) Alternativen vorschlagen.

Dabei gelingt der Drahtseilakt, nie ins nervige Parolenschwingen abzugleiten, sondern mit Unterstützung von Gast-MCs ein klasse HipHop-Album abzuliefern. Einblicke in persönliche Befindlichkeiten in der Schule von in etwa den Kinnerzimmers, die ja laut offizieller Historiographie die Ersten waren, die damals in Deutschland den Schritt vom tumben Übertragen der Vorbildtexte zu einer gelungenen Übersetzung in die Alltagswelt gut gebildeter wohlhabender westdeutscher äh, ja eben: Kinder setzten, stellen die politischen Anliegen in einen glaubwürdigen Kontext (realness, ihr wisst schon) und ein Netzwerk aus FreinderlInnen und BekanntInnen verschiedenster Provenienz rundet die Scheibe gediegen ab. Chapeau!

Mieze Medusa und Tenderboy - Antarktis (!records/goalgetter)

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