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Mittwoch, 23. März 2005

Transzendenz

Keine Ahnung, ob es ein höheres Wesen gibt, wenn ja, danke ich inständig, dass ich nicht mehr auf Bälle gehe. Es bleibt einem einiges erspart.

Kalauer

Das Roth-Werke-Verzeichnis

Russendisko

Vladimir Kaminer ist ja mittlerweile kein Unbekannter mehr. Umso schwerer wiegt die Tatsache, dass man noch nichts von ihm gelesen hatte. Also pilgerte man fleißig in die Bibliothek seines Vertrauens und sah nach, womit man sich denn dort netterweise vom Studium ernsterer Schriften abhalten könnte. Die Wahl fiel auf Russendisko. Gut. Licht aus, Strobo an, Vodkaglass füllen, bitte, danke.
"Russendisko" funktioniert als Buch im Grunde gleich wie das was man sich unter der realen Veranstaltung vorstellt: Frauen, Vodka, Gelächter und Tracks, die miteinander nicht viel zu tun haben, aber einzeln großen Spaß machen. Kaminer referiert aus dem Leben eines Russlanddeutschen, von den eigenwilligen Blüten, die der Clash zwischen Wurzeln und neuer deutscher Heimat bisweilen treibt. Vor allem offenbart sich Kaminer dabei als Meister der Punchline, als humoriger Kommentator alltäglicher Situationen, denen er durch ironische Brechung eine gewisse Tiefe verleiht. In aller Kürze reiht sich so Text an Text, Figuren tauchen auf und verschwinden wieder, die Geschichten erlangen nur durch die konstante Präsenz des Erzählers einen Zusammenhang. Und nach 190 Seiten geht es einem, wie nach dem Besuch einer Disko: Zwei bis drei Lieder hat man sich gemerkt, den Rest vergessen, klar ist nur, dass man sich gut unterhalten hat.

Vladimir Kaminer: Russendisko; Goldmann, 2000
Leseprobe: Russen in Berlin

Alptraum aus der Zettelwirtschaft

Ein Traum passend zu einer Sprite-Reclame, die mal vor einigen Jahren zu sehen war. Stichwort: Ich seh zu viel Tv. (oder würden sie sich das 4, jawohl: VIER-Stündige-Finale von 24 ansehen?)

170305 - 1245
Von einem Fernseher träumen in dem gerade eine eine Doku läuft, in der bärtige, dicke Frauen Sachen sagen wie:"Aber so ein pfiffiger Biergenuss jeden Tag ist mir schon wichtig!"
Dann Schnitt und Auftritt eines Arztes: "Trinken Sie jeden Tag ein Bier! Aber nur eines! Das verdünnt den Klumpen in Ihrem Kopf. Dann kann er endlich abgebaut werden!"
Dann Aufwachen und sich ernsthaft fragen, ob er mein Hirn gemeint hat. Nach dem Schreiben dieser Zeilen schließlich Gewissheit.

Hängt wahrscheinlich alles mit der Gehirnerschütterung zusammen, die ich aufgrund der letzwöchigen Lesung hatte, zu der es aus diesem Grund auch nie einen Nachbericht geben wird. (Legendenbildung haben wir ja so schon betrieben)

We are ugly but we have the music

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