Mittwoch, 27. Juni 2007

Denn ich bin einer unter euch

Spex gelesen, im Daueranflug von Altersmilde diese Mischung aus immer knapp daneben gehender Peilung inklusive bemühtem Quellenstudium (vgl. DD, Jahr, Seite!) mit irgendwie lifestylig dicht-beschreibend-altväterischem Journalismus-Journalismus fast schon gemocht (dazu passend dann auch die Musikauswahl: Interpol am Cover). Die Toco-Story gelesen, natürlich alles falsch. Hätte Jens Balzer sich wenigstens die Mühe gemacht, das Interview mit von Lowtzow in der letzten Ausgabe der Zeitschrift, für die er schreibt, zu lesen oder in seine Argumentation einzubauen, ginge dieser krude Blödsinn ja noch an, aber so ist diese verwirrte Lektüre des Toco-Gesamtwerks nun nur mehr irgendwie bizarr interessant (im Sinn von aufschlussreich: eben weil Tocotronic (oder die Kultur der Neunziger, wenn man so will) oft genau so missverstanden wurde, ist sie jetzt so, wie sie ist). So gesehen beschreibt Balzer, ohne es zu ahnen, eh ein tatsächlich existierendes Phänomen ganz gelungen, allein durch die Art, wie er Richtiges mit Falschem upmasht. Die Tocos in einen (zudem originell abgesteckten) Kontext mit Kracht etc. zu stecken, ist ja noch eines, aber denen dann den Misserfolg des Projekts des schlauen Dagegenseins in die Schuhe zu schieben und ihr aktuelles Schaffen als Reaktion darauf zu lesen, da muss man auch erst einmal draufkommen. Wir lernen: aus knapp vorbei können wir sehr viel lernen. (Kapitulation ist übrigens, wie wir aus dem Zimmer unseren Mitbewohners hören, der offenbar nicht weiß, dass man die Geschenke erst am heiligen Abend aufmacht, ein Meisterwerk geworden, wir können den 6. Juli nicht mehr erwarten.)


Sehr lustiges Promo-Video bei einem Onlineversandkaufhaus

Spiegel gelesen, Story von von Uslar über die Beastie Boys, naja, Story von irgendwem über Heavy Metall als gäbe es kein Reflexionsniveau, stimmt natürlich dadurch, dass er diesen Unsinn schreibt, irgendwie im Kern-Mainstream-Mainstream-Empfinden dann auch wieder, wird dadurch aber halt nicht weniger falsch, Story über neues Diana-Buch gelesen, eigentlich ganz interessant, nur diese Standardspiegelsprache gehasst, diese originell-freche und doch ausgeschlafen-halbironisch wirken wollende (in etwa so wie ich mir die Neunziger immer vorstelle), wie können die Menschen so was nur lesen. Man müßte alle JournalistInnen töten und die deutsche Sprache.

We are ugly but we have the music

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